Die Europäische Kommission veröffentlichte am 15. September den Vorschlag zur Überarbeitung des Rahmens für öffentliche Vergabe der Europäischen Union, wobei sie Ernährung als Schlüsselsektor anerkennt, in dem Qualitäts- und Nachhaltigkeitsaspekte von Bedeutung sind. Der Vorschlag ändert mehrere Aspekte, einschließlich der Annahme des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses als Standard-Zuschlagskriterium, wodurch der Ansatz des niedrigsten Preises ersetzt wird. Er führt auch die Verpflichtung ein, dass öffentliche Behörden die Aufteilung von Aufträgen in Lose abwägen müssen, um den Zugang für kleine Lieferanten und Landwirte zu verbessern.
Die ProVeg Portugal, eine Organisation, die Partnerschaften mit Kommunen und nationalen Institutionen unterhält, um ein nachhaltigeres Angebot in öffentlichen Kantinen zu fördern, betrachtete diese Punkte als positiv, vertrat jedoch die Ansicht, dass der Vorschlag weiter gehen könnte. Der Verband schlägt vor, dass Umwelt-, Sozial- und Gesundheitsaspekte in den öffentlichen Vergabeprozessen obligatorischen Charakter haben könnten.
Auf nationaler Ebene veröffentlichte die ProVeg Portugal in diesem Jahr einen Leitfaden mit Empfehlungen für Leistungsverzeichnisse, der darauf abzielt, nachhaltigere Menüs und öffentliche Beschaffungen zu fördern. Joana Oliveira, Nationale Direktorin der ProVeg Portugal, wies darauf hin, dass die öffentlichen Ausgaben für Ernährung in der EU 50 Milliarden Euro pro Jahr betragen, was das enorme Potenzial widerspiegelt, gesündere, gerechtere und nachhaltigere Ernährungssysteme zu gestalten.
Lucia Hortelano, Senior-Politikmanagerin der EU bei der ProVeg International, erklärte, dass Lebensmittel keine Ware wie jede andere sind und dass die von öffentlichen Institutionen gekauften und servierten Lebensmittel nicht wie jede andere Ware behandelt werden sollten.




