Eine von Marcelo Camerlo und António Costa Pinto koordinierte Studie für die Fundação Francisco Manuel dos Santos analysierte die Ministerprofile in Portugal über 50 Jahre Demokratie und kam zu einem Ergebnis, das der bestehenden Literatur zum ministeriellen Rekrutierung widerspricht. Anstatt dass Regierungen in Zeiten wirtschaftlicher Krisen auf Technokraten und parteilose Kandidaten zurückgreifen, zeigen die Daten, dass bei steigender Inflation und Arbeitslosigkeit die Exekutiven dazu neigen, das Gewicht von Ministern mit stärkerer politischer Verankerung zu erhöhen, die größere interne Kohäsion, Koordinationsfähigkeit und politisches Vertrauen bieten.
Die statistische Analyse verwendete zwei Variablen zur Messung des wirtschaftlichen Drucks: die jährliche Inflationsveränderung und die Arbeitslosenquote. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Anstieg der Arbeitslosigkeit mit einer Verringerung der politikfernen Fachspezialisten und einem statistisch signifikanten Anstieg des Anteils parteipolitischer Minister verbunden ist. Die jährliche Inflationsveränderung erzeugt ebenfalls keine signifikanten Auswirkungen auf die Berufung externer Minister oder Experten, ist jedoch mit einem Anstieg des Anteils parteipolitischer Minister verbunden. Selbst in technischen Ressorts ist keine signifikante Zunahme der Präsenz unabhängiger Experten zu verzeichnen.
Die Studie zeigt auch, dass Luís Montenegro parteipolitischere Regierungen bildet als António Costa. In Costas Kabinetten machten parteipolitische Minister etwa 52% bis 53% aus, während sie in Montenegros Regierungen seit 2024 etwa 69% bis 71% ausmachen. Unter den parteipolitischen Ministern überwiegen die sogenannten „Schwergewichte", also Führungsfiguren der parteipolitischen Organisationen, die 70% ausmachen und dazu neigen, die politisch relevantesten Ressorts zu besetzen. Mehr als ein Drittel




