Eine neue Studie untersuchte die portugiesische Ministerelite über den gesamten demokratischen Zeitraum und kam zu dem Ergebnis, dass unabhängige Minister tendenziell länger im Amt bleiben als parteigebundene Minister. Diese Erkenntnis stellt die gängige Wahrnehmung in Frage, dass Unabhängige anfälliger für Entlassungen sind.
Die Studie analysierte das Rekrutierungsmodell von Ministern sowohl in der Sozialistischen Partei (PS) als auch in der Sozialdemokratischen Partei (PSD). Die Forscher stellten fest, dass dieses Modell die Kluft zwischen denen, die innerhalb und außerhalb des politischen Systems stehen, vergrößern kann.
Die Forscher warnen, dass diese Dynamik Wellen populistischer Proteste begünstigen kann, da sie eine klare Unterscheidung zwischen den „Eingebundenen" und den „Ausgeschlossenen" des Systems schafft. Diese Trennung kann zu einem Gefühl des Ausschlusses unter Bürgern beitragen, die nicht den traditionellen Parteistrukturen angehören.
Die Studie umfasste den gesamten portugiesischen demokratischen Zeitraum und ermöglichte eine umfassende Analyse der Muster ministerieller Rekrutierung und ihrer Auswirkungen auf die Qualität der Demokratie im Land.



