Laut den neuesten Eurostat-Daten aus dem Jahr 2025 verfügten 33% der Portugiesen nicht über die finanzielle Möglichkeit, eine Woche Urlaub außerhalb des Hauses zu bezahlen. Der Meinungsartikel von João Martins hinterfragt, wie es möglich ist, dass in einem Land, in dem mehr Stunden gearbeitet und weniger verdient wird, die politische Diskussion weiterhin häufig um die Notwendigkeit kreist, den arbeitenden Menschen Rechte zu entziehen.
Der Autor hebt hervor, dass Tausende von Arbeitnehmern gezwungen sind, unzählige Stunden zu arbeiten, um am Monatsende etwas mehr als 900 Euro zu erhalten, wobei sie sich Schichtarbeit und besonders belastende Formen der Arbeitsorganisation unterwerfen müssen. Im Vergleich zu den spanischen Nachbarn arbeitet der portugiesische Arbeitnehmer durchschnittlich 131 Stunden mehr pro Jahr und verdient 26% weniger.
João Martins warnt, dass zu diesem Szenario aus niedrigen Löhnen, untragbaren Wohnungspreisen, hohen Energiekosten und unzureichendem öffentlichen Nahverkehr ein fruchtbarer Boden für populistische Diskurse hinzukommt, die Einwanderer oder Korrupte beschuldigen, während die eigentliche Ursache in Jahren von Politiken liegt, die die Arbeit nicht wertschätzen und niedrige Löhne aufrechterhalten.
Der Autor vertritt die Ansicht, dass die Verfassung Grundrechte wie das Recht auf Ruhe, bezahlten regelmäßigen Urlaub und eine menschenwürdige Arbeitsorganisation festschreibt, und argumentiert, dass es ernsthafte Alternativen zu diesen Verarmungspolitiken gibt, einschließlich der Erhöhung der Löhne, der Verkürzung der Arbeitszeiten und der Aufwertung der Berufslaufbahnen, wobei er zur politischen Bereitschaft aufruft, diese umzusetzen.




