Das Schuljahr in Portugal begann erneut mit vertrauten Problemen an öffentlichen Schulen. Es fehlen Lehrer, es fehlen Schulplätze in Regionen mit starkem demografischem Druck, und angesichts der Notlage greift die Regierung auf größere Klassen als administrative Lösung zurück. Bildungsminister Fernando Alexandre vertrat die Ansicht, dass die Erhöhung der Schülerzahl pro Klasse die Unterrichtsqualität bis zu einem Limit von 30 Schülern nicht beeinträchtigt, wobei er sich auf wissenschaftliche Belege berief und betonte, dass die Maßnahme außergewöhnlichen Charakter habe.
Die Gewerkschaftsorganisationen lehnen diese Orientierung ab. Die FENPROF prangerte das Fortbestehen des Lehrermangels an und vertrat die Ansicht, dass die Vergrößerung der Klassen die Bedingungen für den Schulbetrieb verschlechtert. Die FNE warnte vor der Notwendigkeit einer Erneuerung des Lehrkörpers und schätzte, dass Portugal bis 2034/35 möglicherweise 38.779 neue Lehrer benötigen könnte. Die Regierung hat mit dem Plan + Aulas + Sucesso reagiert, der Anreize für die Ausbildung, Unterstützung bei Umzügen und Maßnahmen zur Anwerbung von Lehrern in Regionen mit größerem Bedarf umfasst.
Der Mangel an Schulplätzen in der Region Groß-Lissabon legte Planungsschwächen offen. In Sintra wies die FENPROF auf mehr als 700 Schüler ohne Zuweisung hin, eine Zahl, die vom Minister bestritten wurde. In Lissabon wurden Hunderte von Schülern nach einer Notfallsitzung auf bestehende Klassen verteilt. Das Ministerium ordnete Untersuchungen an Schulen an, die möglicherweise Schüler abgelehnt haben, obwohl sie über freie Kapazitäten verfügten




