Minister André Mendonça vom Obersten Gerichtshof Brasiliens positionierte sich an der Seite des Gerichtspräsidenten Edson Fachin bei einer von den Kollegen Gilmar Mendes und Flávio Dino vorgebrachten Verfahrensfrage. Die Meinungsverschiedenheit entstand während der Sitzung, die den Fall von Alexandre de Moraes und die mit dem Geschäftsmann Daniel Vorcaro ausgetauschten Nachrichten betrifft.
Gilmar Mendes und Dino kritisierten, dass Fachin die Berichterstatterrolle übernommen und die Zuständigkeit "an sich gezogen" habe. Die Minister hinterfragten die Führung des Verfahrens durch den Gerichtspräsidenten.
Fachin hingegen verteidigte sich und erklärte, dass der Fall ihm in seiner Eigenschaft als Berichterstatter zugeleitet worden sei und nicht auf seine Initiative beansprucht wurde. Der Minister erklärte, dass er aufgrund der ihm übermittelten Erkenntnisse festgestellt habe, dass die eigene Prärogative des Gerichts auf dem Spiel stand.
Der Präsident des Obersten Gerichtshofs erinnerte daran, dass das Gericht in den letzten Jahren der Auffassung war, dass nicht zwangsläufig jede Straftat, die das Gericht betrifft, in die Zuständigkeit des Präsidenten fällt, und rechtfertigte damit seine Entscheidung, den Fall als Berichterstatter zu führen.




