Die Überarbeitung der Arbeitsgesetzgebung dürfte auf die portugiesische politische Agenda zurückkehren, nachdem der vom Government eingeleitete Prozess in der Sozialpartnerschaft keinen Konsens erzielen konnte. In einer vom Wirtschaftsjournal in der AIP organisierten Debatte waren sich Miguel Cabrita von der PS und Paulo Seco von der Chega einig, dass die Reform erneut diskutiert werden muss, gingen jedoch hinsichtlich der Prioritäten und der Art und Weise, wie der Prozess geführt werden soll, auseinander.
Paulo Seco von der Chega erklärte, dass der Arbeitsgesetzcode nicht tot sei, und vertrat die Ansicht, dass die Diskussion an den Verhandlungstisch zurückkehren sollte, sei es im Rahmen des Staatshaushalts oder zu einem anderen Zeitpunkt der Legislaturperiode. Der Abgeordnete war der Ansicht, dass Unternehmen weiterhin Änderungen in der Arbeitsgesetzgebung benötigen, um auf Flexibilitätsanforderungen zu reagieren, kritisierte jedoch, dass der Prozess verkehrt herum begonnen habe — die Regierung hätte zunächst die politischen Parteien anhören und erst dann das Sozialkonsultationsverfahren einleiten sollen.
Miguel Cabrita, ehemaliger Staatssekretär für Beschäftigung und Abgeordneter der PS, vertrat ebenfalls die Ansicht, dass die Arbeitsgesetzgebung nicht unveränderlich ist und dass Bereiche überarbeitet werden müssen, die einer Revision bedürfen. Seine Kritik richtete sich jedoch vor allem auf das vom Kabinett gewählte Verfahren: Er betrachtete einige der vorgelegten Vorschläge als zu tiefgreifend, um ohne vorherige Vorbereitung und ohne hinreichend geteilte Diagnose eingebracht worden zu sein. Cabrita vertrat ferner die Ansicht, dass die Vertretungsfähigkeit der Unternehmensverbände und der Gewerkschaften gestärkt werden muss.
Zu den Löhnen hatten die beiden Abgeordneten ebenfalls unterschiedliche Standpunkte. Seco stellte die Lohnfrage in den Mittelpunkt der Diskussion und war der Ansicht, dass die Arbeitsmarktreform nicht von der Steuer- und Beitraglast getrennt werden könne, die auf den Unternehmen lastet, und wies darauf hin, dass der Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherung 23,75 % beträgt. Cabrita stimmte zu, dass die Löhne eine grundlegende Frage sind, lehnte jedoch ab, dass die Arbeitsgesetzgebung allein die Wettbewerbsitätsprobleme der portugiesischen Wirtschaft lösen könne, und vertrat die Ansicht, dass Portugal auf die Spezialisierung der Wirtschaft, die Größe der Unternehmen, die Qualifizierung der Arbeitnehmer und die Technologie einwirken muss.




