Der 18. BRICS-Gipfel in Neu-Delhi zeigte, dass die Gruppe sich von einem rein wirtschaftlichen Akronym zu einer Verhandlungsplattform für die Weltordnung entwickelt hat. Die verabschiedete Erklärung befürwortete die Reform des UN-Sicherheitsrats und der internationalen Finanzinstitutionen und verurteilte den Protektionismus. Im wirtschaftlichen Bereich geht der Trend zur Verringerung der Dollarabhängigkeit durch nationale Währungen, in einem pragmatischen und nicht revolutionären Prozess. Die technologische Zusammenarbeit bei künstlicher Intelligenz und digitaler Wirtschaft prägte ebenfalls die Agenda. Trotz interner Divergenzen zwischen Indien und China sowie der Konflikte mit Russland und dem Iran erzielte die Gruppe Konsens über den Nahen Osten, Ernährungs- und Klimasicherheit. Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass Europa die BRICS als Akteur der Multipolarität anerkennen sollte, insbesondere in einem Kontext, in dem traditionelle Verbündete wie die USA die europäischen Gleichgewichte zu stören scheinen.
Jornal Económico15.09.26, 00:06