Die palästinensische Außenministerin Varsen Aghabekian Shahim traf heute in Lissabon mit dem Präsidenten der Portugiesischen Bischofskonferenz (CEP), Erzbischof D. Virgílio Antunes, zusammen und bekräftigte, dass die katholische Kirche ein „Wörtchen mitzureden" hat bei den Konflikten in aller Welt, insbesondere im Heiligen Land. Die Verantwortliche beschrieb die Situation im Gazastreifen und im Westjordanland als „ziemlich katastrophal", appellierte an die Notwendigkeit humanitärer Hilfe und verurteilte, was sie als „Zunahme und Eskalation des Siedlerterrorismus" bezeichnete.
Die Reise nach Lissabon, auf Einladung des portugiesischen Amtskollegen Paulo Rangel, markiert den ersten Jahrestag der Anerkennung des Staates Palästina durch Portugal am 21. September 2025. Varsen Shahim betonte, dass die Anerkennung „nicht symbolisch" sei und dass Portugal die palästinensische Sache in internationalen Foren, in der UNO und in Menschenrechtsorganisationen unterstützt habe, kürzlich die Verhängung von Sanktionen bestätigt und die Illegalität der Besatzung bekräftigt habe.
Die Ministerin warnte vor der Situation der christlichen Schulen in Palästina, die das Schuljahr nicht beginnen konnten, weil die Mehrheit der Lehrer aus dem Westjordanland am Betreten von Jerusalem gehindert wurde, was rund 10.000 Schüler betrifft. Sie betonte ferner, dass nahezu 300 christliche Organisationen im palästinensischen Gebiet tätig seien, und bat um finanzielle, Sachspenden und politische Unterstützung, um diese Institutionen aktiv zu halten. Sie vertrat die Ansicht, dass Palästina lediglich das fordere, was im Völkerrecht vorgesehen sei, insbesondere das Recht auf Selbstbestimmung.
D. Virgílio Antunes betrachtete die Situation, unter der die Palästinenser leiden, als „eines der schwerwiegendsten Probleme, die die Menschheit derzeit erlebt", und erklärte, dass die portugiesische Kirche über die Diözesan-Caritas Bemühungen entwickelt habe, um christliche Gemeinschaften und Bevölkerungen in prekärer Lage zu unterstützen, mit Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Ernährung. Der Präsident der CEP äußerte auch die Bedeutung des Dialogs mit dem lateinischen Patriarchen von Jerusalem und erkannte den Einfluss von Kardinal Pierbattista Pizzaballa bei der Suche nach Lösungen für den Konflikt an.



