Der Präsident der Comissão Vitivinícola Regional Alentejana, Luís Sequeira, warf dem Staat vor, keine wirksame Kontrolle über importierten Bulkwein sicherzustellen, und verwies auf eine kumulierte Differenz von etwa 690 Millionen Litern über sieben Jahre zwischen den vom INE erfassten Importdaten und den vom Instituto da Vinha e do Vinho als in den Verkehr gebracht identifizierten Mengen. Diese Diskrepanz entspricht etwa 100 Millionen Litern pro Jahr, was für den Verantwortlichen das Bestehen eines ernsthaften Kontrollproblems im nationalen Weinbausektor belegt.
Die Analyse wurde dem Landwirtschaftsminister bereits von der CVRA vorgelegt, wobei ähnliche Schlussfolgerungen von der Confagri - Agricultura und anderen repräsentativen Strukturen des Sektors übermittelt wurden. Luís Sequeira betonte, dass die Organisation sich weder gegen Weinimporte noch gegen das Funktionieren des europäischen Marktes ausspricht, jedoch die Anwendung derselben Regeln auf alle Operateure und die Schaffung von Mechanismen fordert, die es ermöglichen, den Weg des importierten Produkts zu verfolgen, und vertritt die Ansicht, dass die einheimischen Produzenten durch unfairen Wettbewerb geschädigt werden.
Die von der CVRA vorgeschlagene Lösung besteht in der obligatorischen Zentralisierung der Kontokorrentkonten der Operateure, die Bulkwein importieren oder vermarkten, im Weinbau- und Weininformationssystem, unabhängig vom Ursprungsland. Das anzuwendende Modell wäre dasselbe, das bei der Kontrolle der zertifizierten Weine bereits erfolgreich eingesetzt wird und es den regionalen Weinbaukommissionen ermöglicht, vorab die Bestandsregister jedes Operateurs einzusehen und sie mit den bei den Kontrollmaßnahmen vorgefundenen Mengen abzugleichen.
Luís Sequeira stellte direkt die Widerstände des Staates gegen die Einführung der vorgeschlagenen Maßnahmen in Frage und betrachtete es als besonders bedeutsam, dass ausgerechnet der Weinbausektor selbst mehr Kontrolle und Regulierung fordere. Der Verantwortliche erklärte sich bereit, dass die Dienste der CVRA vor Ort zusammenarbeiten, und betonte, dass die Maßnahme keine erheblichen zusätzlichen Kosten verursacht und sofort umgesetzt werden kann, und dass der Wein ein Sektor mit enormem Potenzial für die portugiesische Wirtschaft ist, der nicht durch fehlende Kontrolle gefährdet werden darf.




