Henrique Valente, Analyst bei ActivTrades Europe, erklärte gegenüber dem Jornal Económico, dass die Geschwindigkeit, mit der geopolitische Informationen die Märkte erreichen, den Druck auf die Anleger erhöht und sie zwingt, eine größere Anpassungsfähigkeit zu bewahren. Der Analyst betonte die Bedeutung von Liquidität in einem Kontext tiefgreifender Veränderungen und steigender Staatsanleiherenditen, ohne dass dies notwendigerweise eine Verringerung des Anlagehorizonts impliziert.
Bezüglich des Krieges in der Ukraine, der nun bereits im fünften Jahr ist, ist Valente der Ansicht, dass Europa seine Abhängigkeit von russischem Gas zwar mit erheblichen Kosten reduziert hat, aber die Verlangsamung der Inflation die kumulierte Preiserhöhung nicht aufgehoben hat. Die Verteuerung von Energie, Getreide und Düngemitteln hatte erhebliche Auswirkungen auf die Industrie, den Transport und die Wirtschaft insgesamt, wobei auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, die Prioritäten der öffentlichen Ausgaben und die Kaufkraft der Familien betroffen sind, in einem Umfeld größerer geopolitischer Fragmentierung.
Erdöl hat wieder eine zentrale Rolle als Barometer des geopolitischen Risikos eingenommen, insbesondere aufgrund der Bedeutung der Straße von Hormus, durch die etwa 20% des weltweiten Erdölverbrauchs fließen. Anhaltende Störungen könnten zu anhaltender Inflation und geringerem Wachstum führen, was für die Anleger die Bedeutung von Diversifikation und der Aufrechterhaltung von Liquidität zur Anpassung des Portfolios unterstreicht.
Der Anstieg der Staatsanleiherenditen stellt ebenfalls ein Risiko für die Aktienmärkte dar und spiegelt Besorgnis über länger anhaltende hohe Inflation und die zunehmende Fragilität der Staatshaushalte verschiedener Weltmächte wider. Valente warnte, dass




