Die Umwelt- und Energieministerin Maria da Graça Carvalho kündigte am Montag, den 14. September, an, dass die Regierung neue Hilfen für den Gütertransport, Feuerwehr, Sozialbereich und Taxis vorbereitet, um die Auswirkungen der steigenden Kraftstoffpreise auszugleichen. Diese Hilfen, ähnlich wie die am 30. Juni ausgelaufenen, werden dem Ministerrat vorgelegt und könnten in Form von Fahrzeugzuschüssen oder Kraftstoffpreisnachlässen pro Liter gewährt werden.
Auf die Frage nach der Möglichkeit, einen Preisdeckel für Kraftstoffe einzuführen, erklärte Maria da Graça Carvalho, dass es sich um eine „außergewöhnliche Maßnahme und letztes Mittel" handle, da sie den Marktbetrieb stören könnte. Die Ministerin erklärte, die Regierung halte an der Politik fest, den am meisten bedürftigen Sektoren zu helfen und keine allgemeine Hilfe zu gewähren, wobei die zusätzlichen Mehrwertsteuereinnahmen zur Senkung der Mineralölsteuer verwendet werden. Die Regierung hat bereits rund eine Milliarde Euro durch die Mineralölsteuerbefreiung zugewiesen und schätzt, dass dieser Betrag bis Ende des Jahres 1,3 Milliarden Euro erreicht.
Die Regierungsvertreterin sprach vor Journalisten anlässlich der Einweihung der Nãm Fungi Factory in Odivelas, Lissabon, einer Anlage, die Kaffeesatz in Pilze umwandelt. Maria da Graça Carvalho führte den Anstieg des Dieselpreises auf die weltweite Knappheit der Raffineriekapazitäten zurück und verwies auf die Konflikte in der Golfregion und zwischen der Ukraine und Russland sowie auf die Schließung von etwa 10 Raffinerien in Europa in den letzten Jahren.
Die Ministerin warnte, dass die Beibehaltung dieser Situation einen Mangel an raffinierten Produkten verursachen könnte, mit besonders relevanten Auswirkungen für periphere Länder und ultraperiphere Regionen. Mittelfristig sprach sie sich für die Dekarbonisierung des Verkehrs durch Elektrifizierung und den Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe wie Biokraftstoffe und nachhaltige Flugkraftstoffe aus. Zu einer möglichen Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe verwies sie die Entscheidung an den Premierminister und den Finanzminister.



