Paulo Seco, Abgeordneter der Partei Chega, erklärte auf einer vom Wirtschaftsblatt organisierten Konferenz in der AIP – Associação Industrial Portuguesa, dass die Arbeitsrechtsreform weiterhin notwendig sei, betrachtete jedoch, dass die Debatte unvollständig bleiben werde, wenn sie nicht von einer Reduzierung der Steuer- und Beitragslast für Unternehmen und Arbeitnehmer begleitet werde. Der Abgeordnete vertrat die Auffassung, dass die Arbeitskosten die Unternehmen ersticken und die Lohnerhöhungen blockieren, und verwies darauf, dass der Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherung 23,75% beträgt.
In seiner Rede kritisierte Paulo Seco die politische Führung des Prozesses durch die Regierung, wobei er der Meinung war, dass diese „falsch begonnen" habe, da sie zu fraktionierende Vorschläge vorlegte, bevor sie die politischen Parteien anhörte. Der Abgeordnete versicherte, dass Chega von Beginn an zu Verhandlungen bereit war, betrachtete jedoch, dass der politische Dialog zu spät kam und dass die CGTP auf revelatorische Weise vom Verhandlungsprozess ausgeschlossen wurde, was ein Problem in der Art und Weise zeigt, wie der Prozess geführt wurde.
Der Abgeordnete führte als Beispiel die Entwicklung des Mindestlohns, der 930 Euro erreichte, um zu zeigen, dass die Einkommen nicht mit den Bedürfnissen der Familien Schritt gehalten haben, insbesondere aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten, insbesondere in Lissabon. Paulo Seco vertrat die Ansicht, dass Unternehmen und Arbeitnehmer auf dieselbe Seite der Gleichung gestellt werden müssen und dass die Arbeitsrechtsreform im Rahmen einer umfassenderen Veränderung voranschreiten sollte, die die steuerliche Überprüfung und die Reduzierung des einheitlichen Sozialbeitragssatzes einschließt.
Trotz der Kritik wies der Abgeordnete die Idee zurück, dass die Arbeitsrechtsreform endgültig abgeschlossen sei, und vertrat die Auffassung, dass die Lösung über eine Verständigung zwischen verschiedenen politischen Kräften führen müsse. „Nicht einmal Ehen halten ewig", erklärte er, um die Notwendigkeit von Kompromissen bei den Verhandlungen zu veranschaulichen, und vertrat die Ansicht, dass die Diskussion an den Tisch zurückkehren sollte, gegebenenfalls im Rahmen des nächsten Staatshaushalts.




