Der Oberste Gerichtshof Brasiliens legte Montag (14.) als letzte Frist fest, bis zu der die Richter Alexandre de Moraes und André Mendonça Stellungnahmen zu den Ermittlungen im Master-Fall beim Gerichtspräsidenten Edson Fachin abgeben müssen. Dieselbe Frist wurde für den Generalbundesanwalt Paulo Gonet und den Direktor der Bundespolizei, Andrei Rodrigues, festgelegt. Die Entscheidung darüber, ob das Gericht die Beziehung zwischen Richter Alexandre de Moraes und dem Bankier Daniel Vorcaro untersuchen wird, wird am Dienstag (15.) getroffen.
Der Streit um den vollständigen Zugang zu den Daten aus Daniel Vorcaros Handy vertiefte die internen Spaltungen im Obersten Gerichtshof. Das Handy des Bankiers wurde während der Operation Compliance Zero beschlagnahmt. Der Konflikt betrifft Meinungsverschiedenheiten darüber, wer Anspruch auf Zugang zu den in den Ermittlungen gewonnenen Informationen hat.
An diesem Sonntag (13.) ordneten die Richter Cristiano Zanin und Gilmar Mendes an, dass die Bundespolizei sofort eine vollständige Kopie des Handys des Bankiers aushändigt. Die Frist wurde auf 23 Uhr Sonntagabend festgelegt, mit der Begründung, dass keine Hierarchie zwischen Richtern bestehe und die Beweismittel dem Kollegium gehörten.
Gilmar Mendes betonte, dass das Material weiterhin unter der Obhut des Gerichts bleibt, und hob hervor, dass Entscheidungen über den Fall kollektiv getroffen werden müssen und nicht auf Initiative eines einzelnen Richters.




