Serge Rangoni, Belgier, der 1982 seine Ausbildung zum Schauspieler am Konservatorium von Brüssel abschloss, wurde einstimmig als neuer künstlerischer Leiter des Centro Cultural de Belém (CCB) in Lissabon gewählt. Er trat sein Amt am 2. Februar 2026 für eine Amtszeit von vier Jahren an. Zuvor leitete er 21 Jahre lang das Théâtre de Liège in Belgien und war von 2017 bis 2023 Präsident der Europäischen Theaterkonvention. Seine Kandidatur wurde für ihre „Konsistenz und Ambition" gelobt, die auf der Förderung der Überschneidung zwischen künstlerischen Disziplinen basiert.
Die neue Spielzeit 2026-2027 des CCB, die vom 11. bis 13. September eröffnet wird, spiegelt Rangonis Vision wider, einen Begegnungsort für partizipative Installationen, Tanz, Musik, Theater und Performance zu schaffen. Die programmatischen Säulen sind Gastfreundschaft, Vielfalt, Freiheit, Teilhabe und Wissen. Der künstlerische Leiter vertritt die Ansicht, dass Kultureinrichtungen „vielleicht die letzten Orte sind, an denen wir Unterschiede zusammenführen können, an denen wir Vielfalt finden können", in einer Welt, in der die Publikumsgruppen stärker fragmentiert sind und in der die Kommunikation über Bildschirme die Fähigkeit zur Empathie verringert hat.
Rangoni beabsichtigt, die Türen des CCB für neue Kreative und Künstler zu öffnen, die noch nicht die Gelegenheit hatten, ihre Arbeiten in der Institution zu präsentieren. Er hebt Namen wie Catarina Miranda, Marco Martins, Joana Craveiro, Ondjaki, Tiago Correia und Victor Hugo Pontes hervor. Das Ziel besteht darin, mehr Möglichkeiten zu schaffen, damit portugiesische Künstler und Strukturen in den europäischen Kunstkontext eingebunden werden, durch Koproduktionen, Verbreitung von Aufführungen und künstlerische Aufenthalte.
Die Strategie umfasst auch die Stärkung von Partnerschaften mit portugiesischen Institutionen wie der Culturgest, dem Teatro Nacional D. Maria II und dem São Carlos sowie die Organisation von Treffen mit Theatern, die an Internationalisierung interessiert sind. Rangoni entwickelt bereits Projekte mit der Maison de la Danse in Lyon, an denen zehn weltweite Partner für Künstler aus den Rändern und Peripherien beteiligt sind. Der Leiter möchte, dass das CCB innerhalb von zwei Jahren eine größere Publikumsvielfalt aufweist, mehr Brücken zu den bildenden Künsten schlägt und mehr portugiesische Künstler außerhalb des Landes bekannt sind.




