Der Pastor und Theologe Munther Isaac erlangte internationale Bekanntheit, als er zu Weihnachten 2023 ein besonderes Krippenspiel in der Evangelisch-Lutherischen Kirche der Geburt in Betlehem im Westjordanland präsentierte. In der Szene war das Jesuskind in einem palästinensischen Schal gehüllt, umgeben von den Ruinen des Krieges – ein Bild, das weltweit Aufmerksamkeit erregte und eine Debatte über die Darstellung des Konflikts in der christlichen Tradition auslöste.
Während des Weihnachtsgottesdienstes predigte Isaac, dass Christus, wenn er heute geboren würde, unter den Trümmern von Gaza geboren werden würde, und stellte damit eine direkte Verbindung zwischen der Erzählung von Jesu Geburt und der humanitären Situation her, die die Palästinenser im Gazastreifen erleben. Die Botschaft erzeugte internationale Resonanz und verdeutlichte die Position des Pastors zum Konflikt in der Region.
Der Geistliche kritisierte auch die Bewegung, die als christlicher Zionismus bekannt ist, und erklärte, dass diese sich aus biblischer, moralischer und ethischer Sicht nicht rechtfertigen lässt. Diese Erklärung positioniert Isaac als eine kritische Stimme innerhalb des Christentums in Bezug auf die Unterstützung, die einige protestantische Gruppen dem Staat Israel gewähren.
Isaac ist auch Autor des Buches „Christus in den Trümmern", das ursprünglich im vergangenen Jahr auf Englisch veröffentlicht wurde und nun in Brasilien durch den Verlag Thomas Nelson herauskommt. Das Werk erweitert die Reflexionen, die der Pastor während Weihnachten 2023 präsentierte, und wendet sich an das brasilianische Publikum mit dem Vorschlag, die Beziehung zwischen dem christlichen Glauben und dem palästinensisch-israelischen Konflikt zu diskutieren.




