Madeira sieht sich einer beispiellosen Autosättigung gegenüber, bei der der tägliche Verkehr die Arterien der Region erstickt und die Verkehrsunfälle als direkte Folge dieses Chaos zunehmen. Die einfache Umwandlung und Validierung ausländischer Führerscheine hat Hunderte von Fahrern auf die Straßen gebracht, die mit den lokalen Verkehrsregeln nicht vertraut sind und nicht über die nötige Geschicklichkeit für die einzigartige Orographie der Insel verfügen. Diese Situation wird durch die massive Präsenz von Mietfahrzeugen verschärft, wobei Mietwagenunternehmen ohne jegliche maximale Flottenobergrenze operieren und täglich Tausende neuer Autos auf die Straßen schütten.
Der Artikel kritisiert eine Umkehrung der Logik in der Verkehrsplanung der Region, bei der strenge Beschränkungen für Fahrzeuge mit Fahrerdienstleistungen wie Taxis und TVDE auferlegt werden, während Mietwagenunternehmen weiterhin frei operieren können. Diese Asymmetrie bestraft die Alternativen des gemeinschaftlichen Transports und fördert die Nutzung des Individualfahrzeugs, wodurch eine Straßeninfrastruktur überlastet wird, die bereits an der Grenze ihrer Kapazität angelangt ist.
Der Autor warnt davor, dass die Idee, das Problem durch die kontinuierliche Erweiterung des Straßennetzes zu lösen, eine gefährliche Illusion ist. Die steile Topografie Madeiras verhindert die unendliche Ausdehnung von Straßen, ohne Landschaft, landwirtschaftliche Flächen und Hänge, die die Insel definieren, irreversibel zu opfern. Zusätzlicher Asphalt zieht nur mehr Verkehr in einem Teufelskreis an, der die Region ihrer Identität beraubt.
Das Szenario wird ebenso durch die demografische Transformation verschärft, die die Insel durchläuft, mit einem beschleunigten Bevölkerungswachstum durch die dauerhafte Ansiedlung von Touristen, digitalen Nomaden und temporären Residents. Die vorgeschlagene Lösung besteht darin, Obergrenzen für Mietflotten festzulegen, in die Überwachung der Straßenverkehrsordnung und die Kontrolle der Führerscheinverlängerungen zu investieren und ein wirklich effizientes, elektrisches und umfassendes öffentliches Verkehrssystem zu schaffen, das über den kommerziellen Interessen der Automobilindustrie und des unkontrollierten Tourismus steht.




