Ein kleiner sowjetischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 1945 über die Niederlage Japans löste in Taiwan Alarm aus, nachdem er in einem kleinen Büro in Taipeh gezeigt wurde. Die Vorführung, die in der vergangenen Woche in der russischen Vertretung in der taiwanesischen Hauptstadt stattfand, war eine private Sitzung für etwa 20 Personen, aber sie genügte, um die taiwanesische Regierung zu beunruhigen.
Die taiwanesischen Behörden vermuten, dass Moskau Peking dabei hilft, das Gespenst des japanischen Militarismus wiederzubeleben. Diese Theorie hängt damit zusammen, dass China und Russland derzeit Japan beschuldigen, zum „Militarismus" zurückzukehren, zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Bindungen zwischen Taipeh und Tokio verstärkt haben.
Taiwan sieht Japan als einen seiner wichtigsten Partner an, und die örtlichen Behörden befürchten, dass diese Kampagne zur historischen Narrativbildung dazu dienen könnte, die Insel von Tokio zu entfremden. Die Vorführung des Dokumentarfilms erfolgt im breiteren Kontext der geopolitischen Spannungen in der Asien-Pazifik-Region, wo das Festlandchina und Russland ihre diplomatische Annäherung fortsetzen.




