Richter Alexandre de Moraes vom Obersten Gerichtshof (STF) beschuldigte seinen Kollegen André Mendonça, Ermittlungen gegen bestimmte Personen aus „persönlichen und politischen Gründen" zu lenken. Moraes stützte seine Anschuldigung auf Auszüge aus einem von der Bundespolizei erstellten Bericht.
Dem Bericht der Bundespolizei zufolge wandte Mendonça bei der Bewertung von Fällen, die eine „relevante Ähnlichkeit" aufwiesen, „unterschiedliche" Kriterien an. Das Dokument weist auf eine „Asymmetrie nach politischem Spektrum" in der Haltung des Richters hin, mit unterschiedlichen Wahrnehmungen „je nach dem politischen Spektrum der in die Ereignisse involvierten Person".
Die Bundespolizei verglich zwei spezifische Fälle: den des Gouverneurkandidaten von Bahia, ACM Neto, von der Partei União Brasil, und den Fall von Fábio Luís Lula da Silva, genannt Lulinha, dem ältesten Sohn von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva von der PT. Der Untersuchung zufolge wiesen beide ähnliche Sachverhalte auf, wurden jedoch unterschiedlich behandelt.
Moraes' Verweise wurden in einer Entscheidung gemacht, in der er Mendonça in das Fake-News-Ermittlungsverfahren aufnahm und argumentierte, dass es „starke Hinweise" auf Praktiken der Verwaltungsunregelmäßigkeit, des Amtsmissbrauchs und anderer Straftaten gebe.




