Der Chef der Chega, André Ventura, drohte, am 1. Dezember einen Misstrauensantrag gegen die Regierung vorzulegen, falls Ministerpräsident Luís Montenegro den Innenminister nicht entlässt. Diese Drohung erfolgt in einem Moment politischer Spannungen zwischen der Partei Chega und der Exekutive.
Ventura stellte öffentlich in Frage, was für einen Rücktritt nötig wäre, und verwendete einen provokanten Vergleich. „Was fehlt? Einen Minister zu haben, der eine Art Al Capone ist oder so ähnlich, der heute bereits drei oder vier Menschen getötet hat, aber so ist es nun mal und die Sache geht weiter?", erklärte der Chef der Chega und deutete an, dass der amtierende Minister aus einem nicht näher genannten schwerwiegenden Grund abgesetzt werden sollte.
Die Drohung mit einem Misstrauensantrag stellt eine Verschärfung der Beziehungen zwischen Chega und der Minderheitsregierung von PSD/CDS-PP dar. Venturas Partei war ein kritischer Unterstützer der Exekutive, aber dieses Ultimatum deutet darauf hin, dass diese Beziehung einen Wendepunkt erreicht hat.



