Im Jahr des hundertsten Geburtstages von Noémia de Sousa (1926–2002) fordern junge Dichter und Kulturvermittler aus dem Viertel Mafalala in Maputo konkrete Maßnahmen, um das Vermächtnis der sogenannten „Mutter der mosambikanischen Dichter" zu verewigen. Die Vorschläge umfassen die Benennung von Straßen, Alleen, Schulen und Bibliotheken nach ihr sowie die Neuauflage verstreuter Texte und die Veröffentlichung unveröffentlichter Korrespondenz. Der Dichter Álvaro Taruma ist der Ansicht, dass das Buch von Noémia verbreitet werden muss, damit die Menschen neugierig auf diese Figur werden.
Noémia de Sousa wurde am 20. September 1926 in Catembe geboren und war die erste schwarze Frau, die in Mosambik Lyrik veröffentlichte. Ihr Schreiben, das hauptsächlich zwischen 1948 und 1951 entstand, wurde zu einem Symbol des Widerstands gegen den portugiesischen Kolonialismus und der Bekräftigung der Schwarzen Identität, wobei sie sich auf Sklavenarbeit, die Situation der Frau und die afrikanische Identität konzentrierte. Taruma bedauerte, dass die Autorin weiterhin weniger bekannt ist als ihre Zeitgenossen wie José Craveirinha oder Rui Nogar.
Ivan Laranjeira, verantwortlich für das Mafalala-Museum – eine Institution, die eine Bibliothek mit dem Namen der Schriftstellerin beherbergt –, erklärt, dass das lange Exil der Autorin zu einer geringeren Verbreitung ihres Werks beigetragen habe. Obwohl sie zu Lebzeiten nur ein einziges Buch veröffentlichte, die 2001 von der Vereinigung mosambikanischer Schriftsteller herausgegebene Anthologie „Sangue Negro", bleibt die Wirkung ihres Werks zentral. Das Museum fördert ein Programm zur Feier des hundertsten Geburtstags, das Vorträge an verschiedenen Schulen in Maputo umfasst.
Noémia de Sousa starb am 4. Dezember 2002 in Cascais, doch ihre Lyrik inspiriert weiterhin neue Stimmen der lusophonen Literatur. Die neue Generation mosambikanischer Schriftsteller fordert mehr Sichtbarkeit für ihr Vermächtnis durch die Aufnahme in die Lehrpläne sowie die Organisation literarischer Treffen zur Förderung des weiblichen Schreibens.




