Die Sitzung des Obersten Gerichtshofs (STF) am Dienstag in dem Fall um Alexandre de Moraes war geprägt von Konfrontationen zwischen Mitgliedern des Gerichts. Die Richter divergierten über das Vorgehen der Bundespolizei, beschuldigten sich gegenseitig bezüglich der Führung der Ermittlung und hinterfragten die Änderung des Berichterstatteramts, wodurch in den letzten Wochen ein Umfeld intensiver Spannungen am Gericht geschaffen wurde.
In einem der härtesten Momente der Verhandlung erklärte der Richter André Mendonça, es gebe eine angebliche „parallele Bundespolizei", und sagte, dass Richter des STF überwacht würden. Moraes reagierte mit der Frage „Wer hat Angst vor der Bundespolizei?" und beschuldigte seinen Kollegen, die Behörde unter Druck gesetzt zu haben, seinen Namen in eine Kronzeugenregelung aufzunehmen.
Die Sitzung legte ebenfalls Meinungsverschiedenheiten über die Entscheidung von Edson Fachin offen, das Berichterstatteramt in dem Verfahren zu übernehmen, das zuvor bei Mendonça lag. Die Richter Flávio Dino und Gilmar Mendes hinterfragten die Änderung und zeigten die unterschiedlichen Positionen, die sich am Gericht herausgebildet hatten.



