Die SATA erhielt 11 Interessensbekundungen für den Privatisierungsprozess der gesamten Geschäftsanteile der SATA Handling, wie die azoreanische Luftfahrtgruppe bekannt gab. Die Interessenten hätten bis zum 14. September das Formular zur Eignung und Compliance, die Erklärung zur finanziellen Leistungsfähigkeit sowie die Erklärung zum wirtschaftlich Berechtigten einreichen müssen. Die eingegangenen Unterlagen werden nun von der SATA Holding analysiert, um die Erfüllung der im Pflichtenheft festgelegten Teilnahmevoraussetzungen zu überprüfen.
Der Prozess wird in zwei Phasen unterteilt: eine erste für die Einreichung unverbindlicher Angebote und eine zweite für verbindliche Angebote, mit der Möglichkeit einer dritten Phase für Verhandlungen. Nationale und ausländische Investoren konnten einzeln oder in Bietergemeinschaften teilnehmen, sofern sie eine mindestens fünfjährige einschlägige Erfahrung im Bereich der Bodenabfertigungsdienste oder in den Sektoren Transport, Logistik oder Infrastruktur nachweisen konnten.
Das Pflichtenheft verbietet kollektive Entlassungen und die Streichung von Arbeitsplätzen für 30 Monate, verpflichtet zur Einhaltung der Tarifverträge für mindestens 36 Monate und erfordert die Beibehaltung des Sitzes auf den Azoren für mindestens 30 Monate. Der Käufer kann außerdem zur Zahlung einer anfänglichen Rate von bis zu 5% des endgültigen Kaufpreises verpflichtet werden, wobei die Veräußerungsmöglichkeit der Aktien in den folgenden fünf Jahren eingeschränkt ist.
Am 3. August beschuldigten die die Arbeitnehmer der SATA Handling vertretenden Gewerkschaften die Regierung der Azoren der „Simulation eines Dialogs" und kritisierten das Pflichtenheft. Sie beharrten darauf, dass der Prozess die Gruppe „zerstören" werde. Dieser Prozess stellt einen weiteren Schritt bei der Umsetzung des von der Europäischen Kommission für die SATA-Gruppe genehmigten Restrukturierungsplans dar.




