Pampasgras (Cortaderia selloana), eine ursprünglich aus den Pampas in Argentinien und Chile stammende Pflanze, wurde jahrzehntelang dekorativ in Gärten und Innenräumen verwendet, was zu seiner schleichenden Verbreitung in ganz Portugal beitrug. Trotz seiner Aufnahme in die nationale Liste invasiver Arten im Jahr 2019 ist es derzeit in 208 der 278 portugiesischen Gemeinden erfasst und zählt zu den zehn am weitesten verbreiteten invasiven Pflanzen im Land.
Hélia Marchante, Professorin an der Hochschule für Landwirtschaft des Polytechnischen Instituts Coimbra und Partnerin des Projekts LIFE COOP Cortaderia (2023-2028), warnt, dass „wir es nicht mit einer zukünftigen Bedrohung zu tun haben", sondern mit einer bereits eingetretenen und sich rasant ausbreitenden Invasion. Die Pflanze beeinträchtigt sowohl gestörte Umgebungen als auch natürliche Lebensräume mit hohem Naturschutzwert, darunter Dünen, Flussmündungen, Flussufer und Weiden. Wenn sie dichte Bestände bildet, reduziert sie den Raum, das Licht und die verfügbaren Ressourcen für einheimische Pflanzenarten, was auch den Tieren schadet, die von ihnen abhängen, sowie der menschlichen Gesundheit, da sie als Allergen gilt.
Das Binnenland des Landes, von Nord nach Süd, weist eine geringere Präsenz von Pampasgras auf, wobei die Invasion hauptsächlich auf die Küste und die städtischen Randgebiete im Norden und Zentrum konzentriert ist. Genau in diesen Gebieten mit geringerer Verbreitung halten die Experten ein dringendes Eingreifen für erforderlich, da mit weniger Ressourcen isolierte Pflanzen erfolgreicher beseitigt und zukünftige Invasionen verhindert werden können. Derzeit in Blüte stehend, produziert jede weibliche Pflanze Millionen von vom Wind verbreiteten Samen, was eine beschleunigte Ausbreitung ermöglicht. Seit 2023 existiert ein Vorschlag für einen nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung der Art, der dem Institut für Naturschutz und Wälder vorgelegt wurde und auf seine Veröffentlichung wartet.
Das Projekteam empfiehlt drei dringende Maßnahmen: die Pflanzen mitsamt der Wurzel ausreißen, die Art über die App iNaturalist kartieren und aufhören, das Problem als Verantwortung anderer zu betrachten. Hélia Marchante betont, dass jeder einen Beitrag leisten kann, sei es durch Druck auf die Gemeinden zur Entfernung der Pflanze, durch das Dokumentieren von Beobachtungen oder durch die Information von Nachbarn über die Risiken ihrer Haltung in Gärten.




