Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen den nationalen Direktor der Polícia Judiciária, Carlos Cabreiro, und andere Führungskräfte eingeleitet, wegen angeblicher Verbrechen der falschen Aussagen und des Amtsmissbrauchs. Die Untersuchung folgt auf eine Anzeige, die bei der Staatsanwaltschaft in Bezug auf das Football-Leaks-Verfahren eingereicht wurde, wonach Cabreiro vor Gericht falsche Aussagen gemacht haben soll, als er das Bestehen von Abhöraktionen im Rahmen der Untersuchung zum Fall Rui Pinto leugnete.
Das Verfahren betraf den bekannten „Hacker" Rui Pinto, der im September 2023 zu vier Jahren Haft mit Bewährung verurteilt wurde, wegen versuchter Erpressung, erschwerter Verletzung des Briefgeheimnisses und illegalen Zugriffs. Der Fall betraf auch den ehemaligen Anwalt von Rui Pinto, Aníbal Pinto, der ebenfalls in dem Verfahren verurteilt wurde, das unbefugte Zugriffe auf Einrichtungen wie Sporting, Doyen, PLMJ, den Portugiesischen Fußballverband und die Staatsanwaltschaft selbst untersuchte.
Die von Aníbal Pinto bei der Staatsanwaltschaft eingereichte Anzeige behauptet, dass interne Dokumentationsbelege der PJ gefunden wurden, insbesondere ein Einsatzbefehl und ein Bericht über externe Ermittlungsmaßnahmen, die die Durchführung der von Carlos Cabreiro im Jahr 2015 genehmigten Abhöraktionen bestätigen. Diese Abhöraktionen sollen ein Treffen zwischen Aníbal Pinto, Nélio Lucas (Eigentümer von Doyen) und dem Anwalt Pedro Henriques an einer Raststätte in Oeiras aufgezeichnet haben, ein Moment, das für die Identifizierung von Rui Pinto entscheidend gewesen sein soll.
Aníbal Pinto erstattete Anzeige gegen Carlos Cabreiro und die Ermittler José Amador, Hugo Monteiro und Rogério Bravo mit der Begründung, dass die gefundene Dokumentation nicht mit der vor Gericht präsentierten Version übereinstimmt. Der Anwalt beantragt die Einleitung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens wegen möglicher Erzeugung illegaler Beweise, die auf Grundlage falscher Zeugenaussagen zugelassen wurden, wobei möglicherweise Straftaten wie Rechtsbeugung, Strafvereitelung, falsche Aussagen, Urkundenfälschung und Amtsmissbrauch vorliegen.




