Die beispiellose Krise am Obersten Gerichtshof (STF) bestimmte nun die Tagesordnung der beiden wichtigsten Präsidentschaftskampagnen. Einerseits versuchte Präsident Luiz Inácio Lula da Silva (PT) zunächst, sich von den Spannungen am Gerichtshof zu distanzieren, um anschließend die vollständige Aufhebung der Verschwiegenheitspflicht im Master-Fall zu fordern und die Untersuchung von Richtern zu befürworten, deren Handlungen unter Verdacht stehen.
Andererseits verteidigte der Kandidat Flavio Bolsonaro (PL) die Arbeit von André Mendonça am Gericht und richtete Angriffe gegen Alexandre de Moraes, mit dem Fokus, den STF als Institution zu bewahren. Die Minister des STF nehmen an einer persönlichen Plenumssitzung teil, um den Bericht der Bundespolizei (PF) zu analysieren, der Alexandre de Moraes als Gesprächspartner von Daniel Vorcaro, dem Eigentümer der Banco Master, identifizierte.
Lula verschärfte den Ton seiner Äußerungen schrittweise. In seiner ersten öffentlichen Stellungnahme zur Krise, in einem am 3. September aufgezeichneten Video, versuchte der Petista, sich als neutral gegenüber dem internen Konflikt des Gerichtshofs zu positionieren.




