Die Europäische Partnerschaft für Demokratie (EPD), ein Netzwerk, dem die Katholische Universität Portugals und mehr als 20 weitere europäische Organisationen angehören, forderte eine Stärkung der Finanzierung für die Demokratie in der Europäischen Union und bezeichnete dies als eine „strategische Investition in die Stabilität". Der Aufruf erfolgte in einer Pressemitteilung, die einen Tag vor der Rede von Ursula von der Leyen zum zweiten Mal über die Lage der Union der neuen Amtszeit veröffentlicht wurde.
Das Netzwerk argumentiert, dass die Unterstützung der Demokratie Gefahr läuft, eines der Opfer des Verhandlungsprozesses für den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (2028–2034) zu werden, da sie gegenüber Prioritäten wie Verteidigung, Sicherheit und Migrationsmanagement in den Hintergrund gedrängt wird. Die Organisation warnt, dass Desinformationskampagnen, ausländische Einmischung in Wahlen, Angriffe auf die Medien und die Erosion des zivilen Raums keine separaten Themen von der europäischen Sicherheitsagenda sind, sondern vielmehr Teil ihrer „Frontlinie".
Nach Ansicht der EPD sind es die demokratischen Institutionen, die es den Gesellschaften ermöglichen, Konflikte zu lösen, Führungsverantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen und der autoritären Vereinnahmung ohne Rückgriff auf Gewalt zu widerstehen. Die Präsidentin des Netzwerks, Anu Juvonen, stellt die Frage, ob es möglich ist, die europäische Sicherheit zu stärken, während gleichzeitig die Unterstützung für demokratische Institutionen reduziert wird, und vertritt die Ansicht, dass „die Unterstützung der Demokratie kein Luxus ist, sondern eine strategische Investition in Stabilität, Sicherheit und menschliche Entwicklung".
Die Organisation schätzt das derzeitige Defizit bei der globalen Finanzierung im Bereich der Demokratie auf 60 Milliarden US-Dollar (etwa 51 Milliarden Euro). Die EPD vereint 21 Organisationen zur Unterstützung der Demokratie mit Projekten in mehr als 150 Ländern, in Bereichen wie Wahlintegrität, staatsbürgerliche Bildung, Medienfreiheit, Bürgerbeteiligung und demokratische Regierungsführung.




