Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen überschritten am Dienstag 5,034% und erreichten damit den höchsten Stand seit Juni 2007. Dieser Anstieg folgt auf einen Anstieg der Ölpreise, der die Inflationssorgen der Anleger schürt. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen übertraf ebenfalls 3% und erreichte 3,025%, den höchsten Wert seit September 1996, während zehnjährige deutsche Bundesanleihen 3,5557% erreichten.
Die Angriffe der jemenitischen Houthi auf Saudi-Arabien am Montag verschärften die Ölangebotsbedenken, wodurch Brent um 1,71% auf 107,46 Dollar pro Barrel stieg und US-Rohöl auf 103,16 Dollar anzog. Dieser Kontext hält die Märkte in Alarmbereitschaft, wobei die Anleger vor den entscheidenden Sitzungen der Zentralbanken der USA und Japans nervös sind.
Die US-Notenbank Federal Reserve beginnt diese Woche eine zweitägige Sitzung, wobei die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 90% für eine Zinserhöhung ansetzen, die erste seit Mitte 2023. Analysten von Morgan Stanley prognostizieren eine Anhebung um 25 Basispunkte am Mittwoch und eine weitere im Dezember, da das Tempo der Desinflation langsamer sei, als die Fed es verlange.
Der Anstieg der Zinsen für US- und deutsche Benchmark-Anleihen hat globale Auswirkungen und beeinflusst die Kosten von Hypotheken, Unternehmenschulden und Anleihen aufstrebender Märkte. Ein nachhaltiger Anstieg dieser Zinsen tendiert dazu, Kapital in Dollar-Assets anzuziehen, die Finanzierungsbedingungen in schwächeren Volkswirtschaften zu verschärfen und die Refinanzierung für verschuldete Regierungen und Unternehmen mit schlechterer Bonität zu erschweren.




