Der Anbau von Trauben für die Produktion von Qualitätsweinen kann bis zu 30 Anwendungen pro Erntezeit an Fungiziden erfordern, um zwei Hauptkrankheiten der Weinberge zu bekämpfen: den Falschen Mehltau, der bei übermäßiger Feuchtigkeit auftritt, und den Echten Mehltau, der in der trockenen Sommerzeit erscheint. Diese hohe Abhängigkeit von chemischen Pflanzenschutzmitteln stellt einen erheblichen Kostenfaktor für traditionelle Produzenten dar.
Im Süden und Südosten von Minas Gerais bauen zwei Landwirte experimentell Trauben für die Weinproduktion mit wenig oder keiner Anwendung von Fungizid an. Das Ziel ist es, die Produktionskosten zu senken und ein nachhaltigeres Getränk zu erhalten, im Einklang mit den Forderungen nach ökologischeren landwirtschaftlichen Praktiken.
Das Geheimnis dieser Rebstöcke liegt in den sogenannten Piwis, einer Abkürzung des deutschen Begriffs "pilzwiderstandsfähige", was Resistenz gegen Pilzkrankheiten bedeutet. Diese Sorten wurden genetisch entwickelt, um den Haupterkrankungen, die Weinberge befallen, natürlich zu widerstehen, wodurch der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel überflüssig wird oder minimiert werden kann.
Anders als die Trauben, die für die Winterweine verwendet werden, die mit der Technik des doppelten Schnitts produziert werden, werden die Piwi-Trauben im Sommer geerntet. Dieser Unterschied im Produktionszyklus ermöglicht es, das Traubenangebot in der Region zu diversifizieren und ein anderes Marktfenster zu erschließen.




