Aveiro war Schauplatz von „A Saudade que Fita", einer partizipativen Intervention, die am Samstag, den 12. September, nahe dem Mercado Manuel Firmino, im Rahmen des RIA 2026 – Ruas de Intervenção Artística, organisiert von Agora Aveiro, präsentiert wurde. Der Vorschlag ging von einer in der Stadt vertrauten Geste aus: den Bändern mit Namen, Botschaften und Zuneigung, die sich an den Brücken von Aveiro ansammeln. Die Teilnehmer wurden eingeladen, an etwas oder jemanden zu denken, dessen sie Sehnsucht empfanden, und zwischen zwei Bandfarben zu wählen, wobei Rot mit einer Saudade assoziiert wurde, die noch „getötet" werden könnte, und Weiß mit einer, die nicht mehr „getötet" werden könnte.
Nachdem sie auf die Bänder geschrieben hatten, suchte jede Person einen Platz dafür an einer als Karte konzipierten Metallstruktur und verortete ihre Saudade zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, zwischen bereits besuchten und noch zu entdeckenden Orten. Die Struktur, anfangs leer, füllte sich nach und nach mit Farbe und Bewegung, als sie die Antworten aufnahm. Das verantwortliche Team erklärte, dass der Moment des Zögerns der Teilnehmer genau das war, was sie interessierte, und sie verstehen wollten, was passierte, wenn diese Fragen an andere Menschen weitergegeben wurden und ob es so offensichtlich sei, eine Saudade zu verorten.
Die Intervention wurde von Dalila konzipiert, einer Designerin und Forscherin, die in Aveiro geboren wurde und nach der Auswanderung mit ihren Eltern im Alter von acht Jahren in Deutschland aufwuchs. Ihre persönliche Erfahrung, zwischen zwei Ländern zu leben, immer mit der Idee, nach Portugal zurückzukehren, aber auch Sehnsucht nach dem, was sie zurückließ, empfindend, wurde während ihres Masterstudiums in Design an der Universität Aveiro zum Forschungsgegenstand und gab dem Projekt „Anatomia da Saudade" seinen Ursprung, das sie weiterhin unabhängig weiterentwickelt.
„A Saudade que Fita" brachte nun einige dieser Fragen zurück in den öffentlichen Raum der Stadt, in der die Forschung begann. Mehrere der angebrachten Bänder waren rot, was darauf hindeutet, dass für diejenigen, die sie wählten, das, woran sie Saudade empfanden, noch erlebt oder wiedergefunden werden könnte, obwohl die Autorin es vorzieht, aus dieser Beobachtung keine endgültige Schlussfolgerung über das Gefühl zu ziehen.



