Das Verwaltungsgericht von Lissabon hat den Bewohnern der Rua dos Bons Amigos in Passinha Recht gegeben und die Gemeinde Alenquer verpflichtet, den Schwerlastverkehr nachts zu verbieten. Die Gemeinde hat zehn Tage Zeit, um den Verkehr auf dieser Straße zu regeln und ein Überwachungsregime festzulegen, wie aus einem Urteil vom 11. September hervorgeht. Die Entscheidung markiert ein neues Kapitel in einem Konflikt, der sich seit 2021 zwischen den Bewohnern, der Gemeinde und dem Unternehmen Santos e Vale hinzieht, das ein Logistikzentrum in der Gegend betreibt.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass täglich mehr als 300 Schwerfahrzeuge rund um die Uhr durch die Rua dos Bons Amigos fahren, um zum Logistikzentrum von Santos e Vale zu gelangen. Diese Zahl steht in starkem Kontrast zur Verkehrsstudie von 2016, die nur 20 Schwerfahrzeuge tagsüber und sechs bis sieben nachts schätzte. Im Urteil wurde ferner als erwiesen angesehen, dass die Gemeinde nie eine eigene Zählung oder Überwachung des Schwerlastverkehrs durchgeführt und nie Maßnahmen zur Begrenzung dieser Fahrzeuge in der Straße genehmigt hat.
Die Gerichtsentscheidung stellt die Auswirkungen des Verkehrs auf die Sicherheit der Bewohner und Fußgänger sowie das Auftreten von Rissen und Spalten in den Wohngebäuden fest. Nachts werden insbesondere Schlafentzug, Störung der Ruhe und Verschlimmerung von Erkrankungen hervorgehoben. Das Gericht kommt zu dem Schluss, dass eine „rechtswidrige Verwaltungsunterlassung" vorliegt und die Gemeinde eine Situation der Verletzung grundlegender Rechte nicht unbegrenzt aufrechterhalten darf. Das verhängte Verbot gilt nur für die Nacht, da keine alternative Route nachgewiesen wurde, die den Zugang zum Logistikzentrum gewährleisten könnte.
Das Gericht wies die wirtschaftlichen Argumente von Santos e Vale zurück und sah es nicht als erwiesen an, dass die Einschränkung den Verlust der Hälfte der Arbeitsplätze zur Folge hätte oder den Betrieb der Logistikplattform gefährden würde. Das Urteil wird direkt dem Bürgermeister João Nicolau zugestellt, der persönlich mit einer täglichen Geldstrafe belegt werden kann, falls die Gemeinde die Entscheidung nicht innerhalb von zehn Tagen umsetzt. Die Gemeinde Alenquer und Santos




