Der sintraner Soziologe Vasco Ramos, Forscher am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Lissabon, hat den João Ferreira de Almeida-Preis 2025 gewonnen, der vom Iscte und der Portugiesischen Gesellschaft für Soziologie in der Kategorie wissenschaftlicher Artikel verliehen wird. Die Studie analysiert den Zusammenhang zwischen sozialer Klasse, Konsum und Essgewohnheiten in Portugal und kommt zu dem Schluss, dass es erhebliche Unterschiede in den Konsummustern alkoholischer Getränke je nach sozialer Stellung gibt.
Die 2023 in der wissenschaftlichen Zeitschrift Journal of Consumer Culture veröffentlichte Studie basierte auf der Haushaltsausgabenbefragung des Nationalen Statistikinstituts, die zwischen 2015 und 2016 mit 11.398 Familien und 29.901 Personen durchgeführt wurde. Die Daten zeigen, dass portugiesische Familien 2024 durchschnittlich 171 Euro für alkoholische Getränke ausgaben. Die sogenannten „kulturellen Fraktionen" mit hohem Bildungs- und Berufskapital in den Bereichen Kunst und Hochschulbildung gehören zu denen, die am meisten für Getränke zum Konsum zu Hause ausgeben, während Top-Manager und Führungskräfte eine größere Tendenz zum Konsum außerhalb des Hauses zeigen. Wein ist das am meisten konsumierte Getränk unabhängig von der sozialen Stellung, Spirituosen sind mit den wirtschaftlich besser gestellten Gruppen assoziiert, und Bier gewinnt an Bedeutung, je weiter die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sinkt.
In einer späteren Untersuchung analysierte Vasco Ramos auch die Aufteilung der Aufgaben bei der Essenszubereitung und identifizierte anhaltende geschlechtsspezifische Ungleichheiten. Die Daten zeigen, dass 88% der Frauen ihr eigenes Frühstück zubereiten, während 52% der Männer diese Mahlzeit von einer Frau in der Familie zubereitet bekommen. Die männliche Beteiligung ist bei den Hauptmahlzeiten gering: 18% beim Mittagessen und 19% beim Abendessen. Die Unterschiede sind besonders deutlich in Haushalten ohne Kinder und in der älteren Bevölkerung, wo mehr als 80% der hausgemachten Mahlzeiten von Frauen zubereitet werden. Die männliche Beteiligung steigt in Haushalten mit Kindern und liegt zwischen 23% und 28%, aber eine ausgewogene Aufteilung der Aufgaben bleibt in der Minderheit.
Die Ergebnisse dieser zweiten Untersuchung stammen aus der Erhebung zu Ernährungspraktiken in Portugal (2024), die auf nationaler Ebene durchgeführt wurde, einschließlich Festland und Autonome Regionen, mit einer Stichprobe von 1.518 Personen. Beide Studien zeigen die Persistenz sozialer und geschlechtsspezifischer Ungleichheiten bei Ernährungspraktiken und verdeutlichen, wie alltägliche Gewohnheiten weiterhin mit der sozialen Stellung und der Organisation der Familien verbunden sind.



