Farben werden seit jeher mit verschiedenen psychologischen und Verhaltenswirkungen in Verbindung gebracht: Rot wird mit Gefahr assoziiert, Grün mit Ruhe, Blau mit Entspannung und Gelb mit der Fähigkeit, Aufmerksamkeit zu erregen. Es gibt auch den Glauben, dass bestimmte Farben die Konzentration verbessern können, und wir wissen, dass Marken ihre Logofarben sorgfältig auswählen, um spezifische Botschaften zu vermitteln. Diese Ideen sind im Alltag präsent, aber die Frage ist, ob es eine echte Neurowissenschaft hinter diesen Assoziationen gibt.
Die Antwort ist ja: Es gibt eine Farbneurowissenschaft. Allerdings geht die Erklärung über den gesunden Menschenverstand hinaus. Eine überraschende Tatsache ist, dass Farben im Licht eigentlich nicht wirklich existieren. Was existiert, sind verschiedene Wellenlängen im elektromagnetischen Spektrum, und unser Nervensystem konstruiert die Erfahrung, die wir Farbe nennen, indem es die Signale verarbeitet, die von der Netzhaut im sichtbaren Spektrum empfangen werden.
Das Gehirn hat nicht einfach einen spezifischen Detektor für jede Farbe. Die menschliche Netzhaut enthält fünf Arten von spezialisierten Zellen zur Lichterkennung, die Signale an das Gehirn senden, damit dieses die visuellen Informationen verarbeitet und interpretiert. Es ist dieser komplexe Prozess der neuronalen Interpretation, der die Farbwahrnehmung erzeugt, die wir erleben.




