Eine neue Studie der ConsumerChoice über die Alterung der Bevölkerung in Portugal offenbart ein starkes nationales Paradox: Obwohl 94% der Befragten über 45 Jahren das Altern als echte Sorge anerkennen, geben nur 20% der Verbraucher im erwerbsfähigen Alter an, sich derzeit finanziell auf den Ruhestand vorzubereiten, zusätzlich zu den obligatorischen Beiträgen zur Sozialversicherung. Die steigende Lebenserwartung veranlasst die Portugiesen, mehr an die Zukunft zu denken, aber diese Sorge hat noch nicht zu einer effektiven finanziellen Vorbereitung geführt.
Diese offensichtliche Passivität steht im Kontrast zum starken Misstrauen gegenüber dem öffentlichen Vorsorgesystem. Laut dem Bericht halten 80% der Befragten die öffentliche Rente für nicht ausreichend und auch nicht dafür geeignet, eine gute Lebensqualität im Ruhestand zu sichern. Bei der Frage nach den prioritären Bedingungen für das eigene Altern führt Gesundheit die Antworten mit 90% an, knapp gefolgt von finanzieller Sicherheit mit 61% und Autonomie mit 58%.
Der Mangel an Finanzwissen wird als Haupthindernis für den Übergang von der Sorge zur Handlung genannt. Bei einer Selbsteinschätzung von 1 bis 10 bewerten die portugiesischen Verbraucher ihr Niveau an Finanzwissen nur mit 6,6 Punkten und geben zu, dass eine große Bandbreite besteht, um Kompetenzen im Bereich Sparen, Investitionen und Ruhestandsplanung zu verbessern.
Dieser Mangel an Werkzeugen und das damit verbundene fehlende Vertrauen erzeugen reale Konsequenzen für die Verwaltung des individuellen Vermögens im Laufe des Lebens. Die Studie zeigt, dass 56% der Befragten zugeben, in der Vergangenheit aufgrund von Informationsmangel oder unzureichendem Wissen eine falsche finanzielle Entscheidung getroffen zu haben, während 57% zugeben, bereits Schwierigkeiten aufgrund dieses Defizits gehabt zu haben.




