Das aktuelle Rechtssystem für Versicherungsverträge in Portugal ist seit fast zwanzig Jahren in Kraft, in einem Zeitraum, in dem sich der Immobilienmarkt vervielfacht hat, die Baukosten erheblich gestiegen sind und die Technologie die Risikobewertung revolutioniert hat. Trotz dieser Fortschritte bleibt eine grundlegende Schwachstelle bestehen: die Annahme, dass jemand die Angemessenheit des abgeschlossenen Versicherungsschutzes überwacht, obwohl es in Wirklichkeit keinen klaren Zeitpunkt für eine Validierung gibt.
Dieses Phänomen ist besonders bei Wohngebäudeversicherungen sichtbar. Die Eigentümer verfolgen den Marktwert ihrer Immobilien, aber die Versicherung schützt die Wiederherstellungsfähigkeit, nicht den Marktwert. Dieser scheinbar einfache Unterschied hat erhebliche Konsequenzen, wenn ein Schadensfall eintritt. Viele Versicherte entdecken die Unzulänglichkeiten ihres Versicherungsschutzes erst in diesem Moment, nicht wegen fehlender Police oder nicht gezahlter Prämie, sondern weil alle Beteiligten davon ausgingen, dass jemand anderes den Versicherungsschutz validieren würde.
In den letzten Jahren wurde die Aufwertung des Immobilienvermögens ausführlich diskutiert, aber die Entwicklung der Baukosten hat weniger Aufmerksamkeit erhalten. Teurere Materialien, knapper werdende Fachkräfte, anspruchsvollere technische Anforderungen und neue Vorgaben zur Energieeffizienz haben die Baurealität erheblich verändert. Das Vermögen hat sich verändert, das Risiko hat sich verändert, und die zentrale Frage lautet nun, ob der Versicherungsschutz diese Entwicklung mitvollzogen hat.
Die aktuelle Herausforderung betrifft nicht mehr die Existenz einer Versicherung, sondern deren Angemessenheit im Zeitverlauf. Der rechtliche Rahmen räumt dem Versicherungsnehmer eine zentrale Rolle bei der Festlegung des zu schützenden Wertes ein, aber dieses Modell ist möglicherweise nicht angemessen für einen Kontext größerer technischer Komplexität und schneller Kostenentwicklung. Das eigentliche Problem liegt in den Grauzonen der praktischen Verantwortung: in der Tendenz, von einer Überwachung auszugehen, weil es mehrere Beteiligte im Prozess gibt, und in der Überzeugung, dass jemand das bestätigt hat, was letztendlich niemand validiert hat.




