Die europäische Kommissarin für Bankdienstleistungen, Maria Luís Albuquerque, lehnte die Forderungen der großen Banken ab, die große Reform, die sie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzsektors in der Europäischen Union plant, in zwei Teile aufzuteilen. In einem Interview mit Bloomberg TV erklärte die portugiesische Kommissarin, dass Europa mit einem einzigen Paket zur Flexibilisierung der Regulierung und zur Beseitigung von Hindernissen auf grenzüberschreitender Ebene besser bedient ist.
In der vorherigen Woche hatten Führungen von 11 großen Banken aus der EU, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich einen Brief an hohe europäische Verantwortliche gesendet, in dem sie darum baten, der kurzfristigen Vereinfachung Priorität einzuräumen und mehr Zeit für die Diskussion problematischerer Fragen wie dem europäischen Einlagensicherungssystem zu gewähren. Die Banken wiesen darauf hin, dass sie bereits über eine Kapazität von 2,5 Billionen Euro zur Schocksabsorption verfügen und forderten ein sofortiges und vorübergehendes Moratorium für neue Kapitalerhöhungen, bis die langfristigen Reformen in Kraft sind.
Maria Luís Albuquerque vertrat die Ansicht, dass ein fragmentierter Ansatz nicht ausreicht. „Wenn wir wirklich etwas Bedeutungsvolles tun wollen, müssen wir dies als Ganzes analysieren, weil alles miteinander verbunden ist", sagte sie. Die Kommissarin betonte, dass die Probleme hauptsächlich aus der Fragmentierung und der Debatte darüber resultieren, welches das Gastland sein wird, und nicht aus den geltenden Kapitalregeln.
Die Kommissarin betonte, dass die Reform nicht zum Wohl der Banken, sondern zum Wohl der EU-Wirtschaft dient. „Wir müssen die Probleme dort angehen, wo wir sie antreffen, und sie resultieren nicht hauptsächlich aus den geltenden Kapitalregeln. Auch wenn wir diese analysieren und vereinfachen", fügte sie hinzu.




