Professor Alex Edmans von der London Business School vertritt in dem Buch "Kann Lügen enthalten" die Ansicht, dass ein Großteil der Informationen, die wir durch Statistiken, Berichte und Studien konsumieren, eine ähnliche Warnung verdienen wie die auf Zigarettenpackungen. Der Autor schlägt eine Inferenzleiter vor, bei der eine Behauptung kein Fakt ist, ein Fakt kein Datum ist, Daten keine Evidenz sind und Evidenz kein Beweis ist. Jede Stufe hinaufzusteigen erfordert sorgfältige Prüfung, denn die Zahl in einer Excel-Tabelle kann mathematisch korrekt sein und dennoch sehr wenig über die Realität aussagen.
Der Artikel warnt vor der Umkehrung der wissenschaftlichen Methode in der öffentlichen Politik: Anstatt evidenzbasierter Politik wird evidenzbasierte Politik produziert, das heißt, man wählt zuerst die Antwort und sucht dann nach den Zahlen, die sie rechtfertigen. Der Flughafen Beja wird als paradigmatisches Beispiel für diese Praxis präsentiert, wo Dutzende von Machbarkeitsstudien und optimistische Projektionen ein Projekt rechtfertigten, das die Realität Lügen strafte.
Der Autor konzentriert sich dann auf die portugiesischen Kommunalabgaben und argumentiert, dass die im Gesetz vorgesehene wirtschaftlich-finanzielle Begründung häufig nur eine bürokratische Zeremonie ist. Das konkrete Beispiel ist die Idee des Bürgermeisters von Porto, die Tourismusabgabe zu erhöhen, um kostenlose öffentliche Verkehrsmittel zu finanzieren, da die Touristen, die die Erhöhung zahlen, nicht von der Kostenlosigkeit dieser Verkehrsmittel profitieren.
Angesichts jeder Studie schlägt Edmans drei wesentliche Fragen vor: Wer hat die Annahmen ausgewählt, welches Ergebnis würden wir mit gleichermaßen plausiblen, aber weniger bequemen Annahmen erhalten, und würde die Schlussfolgerung überstehen, wenn sie den Interessen des Auftraggebers widersprechen würde? Der Autor vertritt die Ansicht, dass eine gute Begründung eine Sensitivitätsanalyse enthalten sollte und nicht nur eine genaue Zahl mit zwei Dezimalstellen liefern sollte.




