Eine von Marcelo Camerlo und António Costa Pinto koordinierte und von der Fundação Francisco Manuel dos Santos veröffentlichte Studie analysierte die Profile der portugiesischen Minister über 50 Jahre Demokratie. Die Studie „Wer regiert Portugal? Ministerielle Profile im Vergleich" kommt zu dem Schluss, dass Portugal ein hybrides Modell der ministeriellen Rekrutierung entwickelt hat, das politisches Kapital mit technischer Kompetenz verbindet.
Die portugiesische Ministerelite ist hochqualifiziert: 98,4 % der Minister verfügen über eine Hochschulausbildung und 78 % haben eine mit dem Ressort, das sie übernehmen, verbundene Berufserfahrung. Mehr als 38 % verbinden relevante politische Erfahrung mit technischem Wissen. Portugal weist den höchsten Anteil an Experten (31 %) unter den südeuropäischen Ländern auf und übertrifft Spanien, Italien und Griechenland in der Wertschätzung technischer Spezialisierung.
Etwa 36 % der Minister sind formell unabhängig, aber 40 % davon werden als „semi-unabhängig" betrachtet, das heißt, ohne Parteimitgliedschaft, aber mit informellen Verbindungen zu Parteien. Als Beispiele werden Mariano Gago genannt, ein rein Unabhängiger, der von António Guterres als Minister für Wissenschaft und Technologie berufen wurde, sowie Pedro Adão e Silva, ein Semi-Unabhängiger, der dem PS angehört hatte, bevor er von António Costa für Kulturangelegenheiten berufen wurde.
Die Studie zeigt, dass PS-Regierungen dazu neigen, mehr Experten einzubinden, während PSD-Regierungen politisch-spezialistische Profile bevorzugen. Bei den Ministerinnen überwiegen politisch-spezialistische und Expertenprofile und machen mehr als drei Viertel der Fälle (78 %) aus, gegenüber 62 % bei den Ministern. Der Vergleich mit anderen Ländern zeigt, dass Portugal ein Modell institutionalisieren konnte, das parteipolitische Kontinuität und technische Spezialisierung konsistenter kombiniert als Spanien, Italien und Griechenland.




