Kevin Warsh wurde im Mai als Präsident der Federal Reserve in einer Zeremonie im Weißen Haus vereidigt. Bei dieser Gelegenheit lobte Präsident Donald Trump seine Auswahl und ermutigte ihn, vollständig unabhängig zu sein, und sagte sogar "tun Sie, was Sie wollen". Die Zeremonie markierte den Beginn einer Amtszeit, die nun vor ihrer ersten großen Herausforderung steht.
Die Federal Reserve steht unter wachsendem Druck, die Zinsen zu erhöhen und die hohe Inflation in den Vereinigten Staaten einzudämmen. Der am Freitag veröffentlichte Verbraucherpreisbericht zeigte, dass die sogenannte zugrunde liegende Inflation im August in einem schnelleren Tempo gestiegen ist als erwartet, was die Bedenken hinsichtlich des Inflationsdrucks im Land verstärkt.
Die Terminmärkte preisen eine Wahrscheinlichkeit von über 85 Prozent für eine Zinserhöhung auf der Fed-Sitzung am 15. und 16. September ein. Dieses Szenario stellt eine signifikante Veränderung der wirtschaftlichen Erwartungen dar und versetzt die Geldpolitiker in eine delikate Lage.
Diese Situation bringt Warsh in einen direkten Kollisionskurs mit Trump, der die Zentralbank wiederholt gedrängt hat, die Zinsen zu senken. Die scheinbare Freiheit, die ihm der Präsident bei der Vereidigung gewährte, wird nun auf die Probe gestellt, während die Fed entscheiden muss, ob sie dem politischen Druck nachgeben oder handeln soll, um die Inflation zu kontrollieren.




