In vielen Familien, Freundesgruppen und Büros scheint der ein oder andere Platz einen Besitzer zu haben, auch ohne jede formelle Einteilung. Die wiederholte Wahl desselben Stuhls kann mit dem Bedürfnis verbunden sein, Vertrautheit zu schaffen, Unsicherheiten zu verringern und ein gewisses Gefühl von Kontrolle aufrechtzuerhalten.
Die Gewohnheit kann auch eine territoriale Komponente bekommen. Mit der Zeit wird ein bestimmter Sitzplatz als Erweiterung des persönlichen Raums wahrgenommen. Deshalb erzeugt es meist Unbehagen, wenn jemand anderes den Platz einnimmt, obwohl jeder Stuhl dieselbe Funktion erfüllen würde.
Die gewählte Position kann auch die Rolle widerspiegeln, die in der Gruppe gespielt wird. Am Kopfende zu sitzen erleichtert eine zentralere Beteiligung, während eine Seite oder ein Ende einzunehmen mehr Beobachtung ermöglicht und weniger exponiert ist.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Stuhl ausreicht, um die Persönlichkeit zu definieren. Die Präferenz kann einfach durch Komfort, Beleuchtung, Nähe zu jemandem oder die Leichtigkeit des Aufstehens erklärt werden.




