Die neuen europäischen Leitlinien zu Ferienwohnungen, die von der Europäischen Kommission am 9. September vorgestellt wurden, werden in Portugal voraussichtlich nur begrenzte Auswirkungen haben, da das Land bereits über fortgeschrittene nationale Gesetzgebung in diesem Bereich verfügt. Eduardo Miranda, Präsident der Vereinigung für Ferienwohnungen in Portugal (ALEP), erklärte gegenüber dem Jornal Económico, dass das Land weiter fortgeschritten ist als große Teile Europas, wo viele Mitgliedstaaten noch keine nationale Regulierung dieser Tätigkeit haben.
Die Europäische Kommission beabsichtigt, die Hauspreise zu senken und das Wohnungsangebot in den Städten der Europäischen Union zu erhöhen. Laut Eduardo Miranda werden die europäischen Richtlinien in Portugal bereits angewendet, im Gegensatz zu anderen Ländern, wo jede Stadt ihre eigenen Regeln ohne grundlegende Parameter schuf. Der europäische Kommissar Dan Jorgensen und andere Verantwortliche präsentieren den portugiesischen Fall als internationalen Referenzpunkt.
Miranda betonte, dass Brüssel keine direkten Einschränkungen für Ferienwohnungen verhängen will, sondern Leitlinien aufstellen will, damit jedes Land seine eigene Regulierung auf ausgewogene Weise schafft. Er vertrat die Ansicht, dass es nicht ausreicht, Wohnungsprobleme geltend zu machen, sondern ein kausaler Zusammenhang mit Ferienwohnungen durch übermäßige Konzentration in bestimmten Gebieten nachgewiesen werden muss. Er war auch der Meinung, dass das größte Problem des Wohnungsmarkts der Mangel an Angebot ist, etwas, das seiner Ansicht nach in den neuen europäischen Regeln fehlt.
Der Verantwortliche kritisierte den Ansatz Barcelonas, wo alle Ferienwohnungen abgeschafft werden sollen, obwohl diese nur 0,6 % des Wohnungsbestands der Stadt ausmachen. Miranda vertrat die Ansicht, dass jeder Fall individuell bewertet werden sollte und dass es nicht akzeptabel ist, dass rechtliche Entscheidungen die bereits getätigten Investitionen der Eigentümer ignorieren.




