Das Lobby-Gesetz ist am 27. Juli in Kraft getreten und schafft Regeln sowie ein obligatorisches Register für diejenigen, die Interessen gegenüber dem Staat vertreten. Zum ersten Mal erhält Portugal nun ein allgemeines Transparenzregime, das auf die Interaktion zwischen privaten, inländischen oder ausländischen Stellen und öffentlichen Stellen anwendbar ist. Im Interview mit dem "Campeão das Províncias" erklärte Gonçalo Boavida, Präsident der Associação Public Affairs Portugal (PAPT), dass dieses Gesetz eine strukturelle Veränderung in der Art und Weise darstellt, wie das Land die Interessenvertretung betrachtet.
Das Zentrum dieses neuen Regimes ist das Transparenzregister für Interessenvertretung (RTRI), das öffentlich, kostenlos und frei zugänglich ist und von der Assembleia da República verwaltet wird, dessen vollständige Inbetriebnahme für den 1. Januar 2027 geplant ist. Boavida betont, dass der Hauptvorteil des Gesetzes in der Stärkung des öffentlichen Vertrauens liegen wird, da die Beteiligung von Unternehmen, Verbänden und Bürgern klarer und transparenter wird. Stellen, die Interessenvertretungsaktivitäten ausüben möchten, müssen sich registrieren und dabei die vertretenen Interessen sowie die dafür verantwortlichen Personen angeben.
Im Falle eines Verstoßes sieht das Gesetz Konsequenzen wie die vollständige oder teilweise Aussetzung der Registrierung, Einschränkungen der institutionellen Kontakte mit öffentlichen Stellen und den Ausschluss von der Teilnahme an öffentlichen Konsultationen für einen bestimmten Zeitraum vor. Boavida betont, dass neben den formellen Konsequenzen auch Reputationsschäden drohen, da ein Verstoß das institutionelle Vertrauen in die betreffende




