Der Artikel befasst sich mit dem Problem der Lehrerbürokratie in Portugal und deren Auswirkungen auf die verfügbare Unterrichtszeit. Der Autor, Lehrer und Forscher am CIEP sowie Doktorand an der Universität Évora, vertritt die Ansicht, dass die Art und Weise, wie die Zeit der Lehrer genutzt wird, eine entscheidende Dimension für die Schulqualität ist, auch wenn sie häufig weniger sichtbar ist als Debatten über Lehrermangel, Stundenpläne oder Karriere.
Die Ergebnisse von TALIS 2024, eine Erhebung der OECD, zeigen, dass 79 % der portugiesischen Lehrer der Sekundarstufe I den Überschuss an Verwaltungsarbeit als Stressquelle identifizieren – derselbe Prozentsatz wie bei der Betonung des Leistungsdrucks bei Schülern und 77 % bei übermäßiger Korrekturarbeit. Paradoxerweise arbeiten Vollzeitlehrer durchschnittlich 40,5 Stunden pro Woche, wovon nur 2,8 Stunden für Verwaltungsarbeit aufgewendet werden. Der Autor erklärt, dass der Druck nicht nur von der Anzahl der Stunden abhängt, sondern von der Fragmentierung der Aufgaben und den Unterbrechungen, die sie bei zentralen beruflichen Tätigkeiten verursachen.
Der Artikel hebt außerdem hervor, dass portugiesische Lehrer 6,9 Stunden pro Woche für Korrekturen und Bewertung aufwenden, über dem OECD-Durchschnitt von 4,6 Stunden, und dass nur 4 % der befragten Lehrer der Meinung sind, dass ihre Meinungen von politischen Entscheidungsträgern wertgeschätzt werden. Der Autor schlägt Maßnahmen vor wie die Überprüfung nicht-unterrichtlicher Aufgaben, die Eliminierung wiederholter Informationsanfragen und die Abschaffung von Berichten ohne nachgewiesenen Nutzen, und warnt, dass die Digitalisierung alter Formulare das Problem nicht löst, sondern nur beschleunigt.



