Portugal sollte sich als wichtigste europäische Plattform für Brasilien im Rahmen des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur positionieren. Diese Position wurde von Vitalino Canas, Präsident des Forums für Brasilien-Europa-Integration (FIBE) und ehemaliger Staatssekretär, während einer Debatte über die Chancen und Herausforderungen des Abkommens vertreten. Seiner Einschätzung nach neigen brasilianische Unternehmen dazu, Portugal als natürlichen Ankerpunkt für den Eintritt in den europäischen Markt zu betrachten, wobei sie die kulturelle Nähe, die Kommunikationserleichterungen und die bereits bestehenden institutionellen Verbindungen nutzen.
Auf portugiesischer Seite eröffnet das Abkommen günstige Aussichten für traditionelle Sektoren der nationalen Wirtschaft, insbesondere für die Agrar- und Lebensmittelbranche. Produkte wie Wein und Olivenöl sehen sich derzeit hohen Zolltarifen auf dem brasilianischen Markt gegenüber und sind gegenüber Konkurrenten aus Chile und Argentinien benachteiligt. Mit der schrittweisen Abschaffung der Importabgaben könnten portugiesische Produzenten in einem großen Markt an Boden gewinnen, auch wenn die praktischen Auswirkungen erst in den kommenden Jahren schrittweise spürbar werden.
Das Abkommen umfasst einen gemeinsamen Markt mit mehr als 700 Millionen Verbrauchern
