Ein 44-jähriger Mann wurde am 8. September am Bezirksgericht Leiria wegen 36 qualifizierter Betrügereien im Rahmen des als „Olá pai, olá mãe" bekannten Schemas, davon eine in versuchtem Stadium, vor Gericht gestellt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm eine Handlung vor, die nahezu 40 Personen in ganz Portugal einen Schaden von 67.560,28 Euro zugefügt haben soll. Der Angeklagte, der sich in U-Haft befindet, entschied sich während der Sitzung, keine Aussage zu machen, die mit der Zeugenaussage fortgesetzt wurde.
Der Mann lebte in Albufeira mit seiner Frau und zwei minderjährigen Kindern in einem Haus mit einer monatlichen Miete von fünftausend Euro, ohne irgendeine erklärte berufliche Tätigkeit auszuüben. Laut Anklage verbrachte er den größten Teil des Tages in Fahrzeugen, die er mietete, und fuhr an verschiedene Orte, von wo aus er WhatsApp-Nachrichten versendete, in denen er sich als Sohn oder Tochter der Opfer ausgab, um Geld durch Banküberweisungen oder Bankomat-Zahlungen zu verlangen.
Zwischen dem 20. Februar und dem 29. April 2024 soll der Angeklagte 37 SIM-Karten in seinem Handy aktiviert haben, um WhatsApp-Konten zu erstellen, über die er die Betrügereien beging. Die Beträge der Betrügereien variierten zwischen 2,50 Euro und 6.940,95 Euro und lagen meist bei rund tausend Euro. Die Anklage vertritt die Auffassung, dass der Mann seinen Lebensstil auf Kosten der Täuschung Dritter bestritt und eine ungerechtfertigte Bereicherung erzielte, wobei er die Beträge auch in Investitionen in Kryptowährungen verwendete, um die Nachverfolgung des Geldes zu verhindern.
Der Verdächtige wurde am 12. Dezember 2024 von der Policia Judiciária festgenommen, die zunächst von einem geschätzten Vermögensschaden in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro und einer Opferzahl ausging, die mehrere Hundert erreichen könnte. Die Ermittlungen betrafen den Verdacht auf kriminelle Vereinigung, Geldwäsche und qualifizierten Betrug.




