Die Sozialistische Partei hat das von der Unidade Local de Saúde (ULS) Algarve verhängte Verbot für ihre Arbeitnehmer, die das Medizinstudium an der Universität Algarve belegen, hinterfragt und sie damit gezwungen, zwischen ihrem Arbeitsplatz und der akademischen Ausbildung zu wählen. Die Parlamentariergruppe bat Gesundheitsministerin Ana Paula Martins um Aufklärung über die rechtliche Grundlage dieser Entscheidung.
Den Abgeordneten zufolge soll der Vorsitzende des Verwaltungsrats der ULS Algarve, Tiago Botelho, die beiden Tätigkeiten als unvereinbar aufgrund angeblicher „Ämterhäufung" betrachtet haben. Die PS stellt diese Auslegung infrage und äußert Zweifel an der rechtlichen Einordnung und der Vereinbarkeit mit dem Status des arbeitenden Studierenden.
Vítor Guerreiro, sozialistischer Abgeordneter für den Wahlkreis Faro, warnte, dass die betroffenen Fachkräfte beschlossen hätten, ihre Ausbildung an einer öffentlichen Universität fortzusetzen, die geschaffen wurde, um den Bedürfnissen der Region gerecht zu werden. „Anstatt ermutigt zu werden, sich zu qualifizieren und im Algarve zu bleiben, werden sie vor die Wahl zwischen ihrem Arbeitsplatz und ihrem akademischen Werdegang gestellt", erklärte er.
Die Abgeordneten möchten wissen, ob die Regierung von der Entscheidung Kenntnis hatte und ob es zulässig ist, dass ein Verwaltungsrat durch eine interne Verfügung ein allgemeines Verbot einführt, das gesetzlich nicht vorgesehen ist. Die PS erinnert daran, dass das Zentralkrankenhaus Algarve 2017 als Universitätsklinikum eingestuft wurde, um die Verbindung zwischen klinischer Praxis und akademischer Ausbildung zu stärken.
