Justizminister Alexandre de Moraes vom Obersten Gerichtshof (STF) richtete am Freitag ein Dokument an den Präsidenten des Gerichtshofs, Edson Fachin, mit der Bitte, dass das Plenum in der außerordentlichen Sitzung, die für Dienstag angesetzt ist, sowohl die gegen ihn erhobenen Verdachtsmomente als auch die Fragen zur Amtsführung von Justizminister André Mendonça in den Ermittlungen zur Banco Master gemeinsam prüfen soll. Der Antrag zielt darauf ab, beide Themen zur gleichzeitigen Beratung durch die übrigen Richter zusammenzuführen.
Im selben Dokument warf Moraes Mendonça vor, eine Auswahl des entschlüsselten Materials vorgenommen zu haben, was auf eine bewusste Entscheidung hindeutet, welche Informationen öffentlich gemacht werden sollten. Der Minister wies außerdem darauf hin, dass 180 Dokumente im Zusammenhang mit den Ermittlungen weiterhin unter Verschluss blieben, was bedeutet, dass ein erheblicher Teil des Beweismaterials nicht öffentlich zugänglich gemacht wurde.
Der Fall dreht sich um Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Ministern des STF bezüglich der Ermittlungen zur Banco Master, wobei Fragen zur Amtsführung Mendonças in dem Verfahren aufgeworfen wurden. Die für Dienstag angesetzte außerordentliche Sitzung wird beide Themen gemeinsam beraten, wie von Moraes gewünscht. Es handelt sich um eine Aktualisierung zu dem Fall.




