Eine von der Associação Empresarial de Portugal (AEP) unter ihren Mitgliedsunternehmen durchgeführte Umfrage identifizierte die übermäßige Verfahrensbürokratie und die langen Antwortzeiten der Gerichte als die größten Hindernisse für das Funktionieren der Justiz für die Unternehmen. Der Präsident der AEP, Luís Miguel Ribeiro, betonte, dass die Langsamkeit der Justiz für die Unternehmen einen wirtschaftlichen Kostenfaktor darstellt, der sich in gebundenen finanziellen Ressourcen, Unsicherheit, Schwierigkeiten bei der Eintreibung von Forderungen und aufgeschobenen Geschäftsentscheidungen niederschlägt. Eine Justiz, die zu lange braucht, um zu entscheiden, verliert letztendlich ihre Wirksamkeit, so Ribeiro.
Die Unternehmer warnten zudem vor der Unvorhersehbarkeit der Verfahrensdauer, die häufig durch wiederholte Berufungen oder Initiativen verlängert wird, die lediglich der Verzögerung dienen. Diese Situation kommt letztendlich der Partei zugute, die an der Verlängerung des Rechtsstreits interessiert ist, oder der partei, die ihre Verpflichtungen nicht erfüllt, und verhindert, dass Urteile rechtzeitig ergehen. Die negativen Auswirkungen erstrecken sich auch auf die Anziehung von Investitionen im Inland, wie aus den Ergebnissen der im August von der AEP durchgeführten Schnellumfrage hervorgeht.
Als vorrangige Maßnahmen zur Verbesserung der Justizeffizienz nannten die Unternehmen die Notwendigkeit einer stärkeren Digitalisierung der Verfahren und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowie die Verhinderung systematischer Verschiebungen und strengere Regeln für die Fristen bis zur endgültigen Entscheidung. Luís Miguel Ribeiro vertrat die Ansicht, dass Bürokratie und Langsamkeit direkt angegangen werden müssen, indem Praktiken eliminiert werden, die die wiederholte Verschiebung von Verfahren ermöglichen, und eine größere Disziplin bei den Fristen gewährleistet wird.
Die Position der AEP wird dem Justizministerium vorgelegt, das von Ministerin Rita Alárnio Júdice geleitet wird. Dies ist nicht das erste Mal, dass der Unternehmensverband diese Probleme gegenüber dem Ministerium anspricht. Im Jahr 2025 hatte sich die AEP bereits mit der Ministerin getroffen, um ein Anforderungsheft zu den Problemen im Bereich der Register in den Standesämtern vorzulegen, und schlug die Stärkung der digitalen Kompetenzen der Mitarbeiter, die Verbesserung des Kundenservice durch eine bessere Verteilung der Online-Anträge und die Aktualisierung der digitalen Plattformen vor.




