Die Regierung und die Sozialpartner treffen sich am kommenden Mittwoch im Rahmen des Sozialen Dialogs im Sitz des Wirtschafts- und Sozialrates in Lissabon, um den Staatshaushalt für 2027 und die Umsetzung der Richtlinie zur Entgelttransparenz zu erörtern. Das für 15:00 Uhr angesetzte Treffen wird von der Ministerin für Arbeit, Solidarität und soziale Sicherheit geleitet und wird in Anwesenheit des Finanzministers Joaquim Miranda Sarmento stattfinden, der Informationen zum Staatshaushalt 2027 vorlegen wird.
Die Anpassung des Mindestlohns dürfte eines der behandelten Themen sein, in einem Kontext, in dem das im Oktober 2024 unterzeichnete tripartite Abkommen zur Lohnerhöhung jährliche Steigerungen von 50 Euro vorsah, wodurch der Mindestlohn von den derzeitigen 920 Euro auf 970 Euro im Jahr 2027 und 1.020 Euro im Jahr 2028 angehoben werden sollte. Nach den Parlamentswahlen im Mai 2025 legte die Regierung jedoch ein neues Ziel fest: bis 2029 1.100 Euro brutto monatlich zu erreichen. Die Arbeitsministerin erklärte, die Einhaltung des im Abkommen vorgesehenen Ziels habe Priorität, und betonte, dass eine Änderung dieses Betrags ein neues Abkommen erfordern würde.
Die Arbeitgeberverbände warnten, dass einige Maßnahmen des Abkommens nicht eingehalten werden, während die UGT eine Stärkung des nationalen Mindestlohns forderte. Die CGTP forderte die sofortige Anhebung des Mindestlohns auf 1.050 Euro. Bezüglich der Umsetzung der Richtlinie zur Entgelttransparenz übermittelte die Regierung einen Gesetzesvorschlag an die Sozialpartner, wobei die UGT vertrat, dass das Gehaltsangebot in den Stellenanzeigen angegeben werden müsse, und die CGTP eine Stärkung der Mittel für die Arbeitsinspektion (ACT) und die Kommission für Gleichbehandlung am Arbeitsplatz (CITE) forderte. Die Arbeitgeberverbände äußerten Vorbehalte und waren der Ansicht, dass der Vorschlag mehr administrativen Aufwand mit sich bringe.
Portugal hätte die neuen europäischen Regeln zur Entgelttransparenz bis zum 7. Juni einführen müssen, was jedoch nicht geschah. Die Europäische Kommission eröffnete am folgenden Tag ein Vertragsverletzungsverfahren gegen das Land, da sie der Ansicht ist, dass die nationale Gesetzgebung die neuen europäischen Regeln nicht vollständig erfüllt.




