Das Buch „Herscht 07769" des ungarischen Schriftstellers László Krasznahorkai, Nobelpreisträger für Literatur 2025, stellt die fiktive Stadt Kana dar, die im Bundesland Thüringen liegt. Das Werk wird als Analysewerkzeug verwendet, um das Ressentiment zu verstehen, das in den ehemaligen Regionen der DDR fortbesteht.
Das latente Ressentiment in Sachsen-Anhalt und in benachbarten Bundesländern ist nicht nur auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen, wie die Verzögerung bei der regionalen Entwicklung und die geringeren Beschäftigungsmöglichkeiten. Krasznahorkais Werk zeigt, dass auch eine verbreitete Wahrnehmung besteht, dass sich in Berlin niemand wirklich für diesen Teil des Landes interessiert.
Dieses Gefühl des Verlassenseins nährt seit geraumer Zeit politische Spannungen in der Region, die sich im Wachstum extremistischer Parteien und dem zunehmenden Misstrauen gegenüber den zentralen Institutionen manifestieren. Das Phänomen, bekannt als „Ostalgie", verbindet die Nostalgie für die sozialistische Vergangenheit mit der Frustration über die aktuelle Situation.




